SCHUCO – Modellbautradition

28. März 2009 | Von wolfabo | Kategorie: AUTOS-SCHIFFE-FLUGZEUGE, SCHUCO

SCHUCO – Eine deutsche Erfolgsgeschichte

Wer von uns Älteren kennt sie nicht, die legendären Modellautos der Nachkriegs- szeit mit dem Namen SCHUCO? Wer stand nicht mit leuchtenden Kinderaugen am Heiligen Abend vor dem Tannenbaum , wenn er das seltene Glück hatte, mit seinem ersten SCHUCO-Auto beschenkt zu werden – seinem ersten Modellauto aus Metall, aus Blech eben.
Das waren noch Zeiten. Die Marke galt damals und gottlob heute wieder, vor allen Dingen unter den Sammlern, als eine der Top-Marken des Modellbaus. In den Sammlern schlägt doch ewig ein Kinderherz mit der unerschütterlichen Liebe zu den Modellen wie denen von SCHUCO.
Da nimmt es nicht Wunder, dass SCHUCO-Modelle aus den 40er, 50er oder 60er Jahren ähnliche Wertsteigerungen erfahren, wie ihre großen edlen Oldtimer-und Youngtimer-Pendants.

MEILENSTEINE

Die Gründung von SCHUCO

Möglich machte das alles Heinrich Müller, der schon als 17-jähriger Spiel-  zeugideen entwickelte und unzählige Patente anmeldete und die Spielzeugfirma »Schreyer & Co« 1912 zusammen mit Heinrich Schreyer gründete. Anfangs beschränkte sich die Produk- tion auf Filz- und Plüschwaren. Durch den ersten Weltkrieg wurde die Produktion jedoch bis 1919 unterbrochen.
Der Name SCHUCO entstand 1921 aus der neun Jahre zuvor von Heinrich Schreyer gegründeten Spielzeugfirma “Schreyer und Co”, die nun mit mechanischem Blechspielzeugen, wie dem damaligen Top-Seller (20 Mio. Stück), einem mit Filz überzogenen Blechvogel namens „Pick Pick“, voll im Trend lag.

Eine Legende entsteht

SCHUCO reifte Mitte der 30ger Jahre mit der Produktion von Spielzeugautos heran. Das Wendeauto, das nicht vom Tisch fällt, sowie der legendäre Silberpfeil, von dem täglich mehr als 8.000 Stück produziert wurden und aus 101 Einzelteilen bestand, avancierten zum Verkaufsschlager.

SCHUCO erlangt Weltruf

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen die ersten SCHUCO-Spielwaren wieder auf den Markt. Diese durften damals zu- nächst nur nach Amerika exportiert werden.
1952 wurde der Fabrikneubau, die größte Spielwarenfabrik Nürnbergs, auf 13.000 Quadratmetern errichtet. Damit bot SCHUCO 800 Beschäftigten Platz. Über 100 Millionen verkaufte Spielzeuge belegten eindrucksvoll die weltweite Verbreitung der Marke SCHUCO.
Auch der damalige Bundeskanzler Ludwig Erhard freute sich in der Wirtschaftswunder- zeit über den Erfolg von SCHUCO. Das zeigt das historische Foto von seinem Besuch mit Gefolge im Nürnberger Werk hier in diesem Bericht,
Die Marke SCHUCO ist vor allem durch ihre in den 30er, 40er und 50er Jahren gebauten und mit zahlreichen Patenten versehenen Spielzeugautos bekannt geworden.

Das Aus für SCHUCO

Kunststoff und Zinkdruckguss liefen in den 60er und 70er Jahren dem Werkstoff  Blech den Rang ab und führten 1976 zum Konkurs der ehemaligen Weltmarke. SCHUCO hatte diese Veränderung auf dem Spielzeugmarkt für den Modellbau ganz einfach verpasst. Scheinbar hatte man zu spät die Zeichen der Zeit erkannt.
Der neue Eigentümer, die englische Firma DCM, ging 1980 ebenfalls in Konkurs. Zahlreiche Werkzeuge und Formen wurden in alle Welt verstreut und teilweise sogar verschrottet.

Der Neubeginn von SCHUCO

Es war das Jahr 1980, als der Name SCHUCO vom einstigen Konkurrenten GAMA, der fortan u. a. die Silberpfeil-Rennwagenserie neu auflegte, übernommen wurde. Noch heute ist dieses Modell im Programm.
1993 fusionierte GAMA mit TRIX, ein eigenes Management für SCHUCO wurde eingesetzt und die Marke neu belebt. 1996 wurde SCHUCO zur Freude vieler SCHUCO-Freunde wieder eigenständig.

SCHUCO heute – Legendär und modern

Als sich die Inhaberfamilie Mangold aus der Spielwarenbranche zurück zog, wurde SCHUCO 1999 an die Familie Sieber verkauft. SCHUCO wurde ein Unternehmen der SIMBA DICKIE GROUP, zu der neben den Hauptmarken SIMBATOYS und DICKIE-SPIELZEUG auch die Firmen EICHHORN, NORIS, DICKIE- TAMIYA, CARSON und seit 2004 auch BIG zählen. Sie zählt heute zu den größten der Branche und erzielte 2008 international einen Jahresumsatz von 525 Mio. Euro.

Dank einer kreativen und innovativen Produktpolitik konnten in den letzten Jahren bei SCHUCO in punkto Qualität und Detaillierung neue Maßstäbe gesetzt werden. Dadurch konnte die Position im Sammlermarkt ausgebaut und weiter gestärkt werden.
Äußerst erfolgreich wurden Produktlinien wir Edition 1:87 (H0), Junior Line, Distler Figuren und Schabak neu aufgelegt. Die Edition 1:87 erfreut sich besonders großer Beliebtheit bei allen Modelleisenbahnern.

Sortiment und Aktivitäten 2008

Mit einem sehr breit angelegten Modellsortiment, welches Pkw ebenso umfasst wie LKW, Busse, Traktoren, Renn- und Rallye- sowie Spezialfahrzeuge aus vergangenen Tagen und aus der Gegenwart, hat SCHUCO auch die Schwalbe im Maßstab 1:10, das wohl bekannteste Moped der ehemaligen DDR, zahlreiche weitere Mopeds und Motorräder und vier Panzermodelle im Programm. Auch die Maßstäbe decken im Firmenverbund mit Schuco mit 1:18 bis 1:72 fast alle Wünsche ab.

SCHUCO macht auch nicht halt vor den sogenannten Concept Cars, wie im Februar 2008 auf der 59. Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg, wo der Hingucker par excel- lence zu bestaunen war, nämlich der Opel GTC, die Studie für den neuen Opel Insignia.
Auch der SCHUCO Sammlerclub ist mit 1400 Mitgliedern weiter auf dem Vormarsch und äußerst aktiv.

Das Online-Magazin BONA VITA, Redaktion „MEIN HOBBY”, hat bereits mehrfach über SCHUCO berichtet.

Mit dem neuen Online-Magazin „MEIN HOBBY“ widmet der Verlag SCHUCO eine eigene Kategorie, um die Leserschaft noch intensiver auf dem Laufenden zu halten.
Quelle & Fotos: SCHUCO

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